Trockenfutter oder Nassfutter? Kaum eine Frage beschäftigt Hundehalter bei der Futterwahl so häufig. Die einen schwören auf die praktische Fütterung mit Kroketten, andere bevorzugen saftiges Nassfutter im Napf.
Doch ist eine der beiden Futterarten tatsächlich besser?
Weder Trockenfutter noch Nassfutter ist grundsätzlich die bessere Wahl für jeden Hund. Entscheidend ist vor allem, dass das Futter den Nährstoffbedarf deines Hundes passend zu Lebensphase und individuellen Bedürfnissen deckt. Nassfutter liefert durch seinen hohen Feuchtigkeitsanteil deutlich mehr Wasser über die Nahrung, während Trockenfutter kompakter, meist energiedichter und im Alltag besonders praktisch ist. Verträglichkeit, Energiebedarf, Vorlieben und die gesamte Zusammensetzung sind wichtiger als die Futterform allein.
🥣 Was ist der Unterschied zwischen Trockenfutter und Nassfutter?
Der offensichtlichste Unterschied ist der Wassergehalt.
Trockenfutter enthält nach Angaben des Merck Veterinary Manual typischerweise ungefähr 10 % Wasser, während Dosenfutter häufig etwa 68–78 % Wasser enthält. Je nach Produkt können die Werte variieren.
Das beeinflusst unter anderem Futtermenge, Energiedichte und Wasseraufnahme.
🟤 TROCKENFUTTER
Wassergehalt: niedrig
Konsistenz: trocken und kompakt
Futtermenge: vergleichsweise geringes Volumen pro Kalorie
Lagerung: unkompliziert
Portionierung: sehr einfach
Unterwegs: besonders praktisch
🥫 NASSFUTTER
Wassergehalt: hoch
Konsistenz: feucht
Futtermenge: größeres Volumen pro vergleichbarer Energiemenge möglich
Wasseraufnahme über das Futter: deutlich höher
Akzeptanz: häufig sehr gut
Nach dem Öffnen: empfindlicher bei der Lagerung
Die Futterform sagt allerdings noch nichts darüber aus, ob ein Produkt den Nährstoffbedarf deines Hundes vollständig deckt.
✅ Der wichtigste Punkt: Ist es ein Alleinfuttermittel?
Dieser Punkt ist wesentlich wichtiger als die Frage „trocken oder nass?“.
In Europa wird zwischen Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel unterschieden.
Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es bei bestimmungsgemäßer Fütterung die benötigten Nährstoffe für die angegebene Tierart und Lebensphase bereitstellt.
Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen nicht dafür vorgesehen, allein die komplette tägliche Nährstoffversorgung abzudecken.
Achte deshalb auf der Verpackung oder Produktseite auf die Deklaration:
„Alleinfuttermittel für Hunde“
beziehungsweise die entsprechende Angabe für Welpen, ausgewachsene oder ältere Hunde.
💧 Liefert Nassfutter mehr Flüssigkeit?
Ja – über das Futter eindeutig.
Merck gibt für Dosenfutter einen Wasseranteil von typischerweise etwa 68–78 % an; Trockenfutter liegt ungefähr bei 10 %. Hunde, die überwiegend feuchtes Futter bekommen, trinken deshalb häufig weniger zusätzlich aus dem Wassernapf als Hunde mit überwiegend trockener Ernährung.
Eine aktuelle kontrollierte Untersuchung an gesunden Hunden zeigte ebenfalls, dass eine Ernährung mit hohem Feuchtigkeitsgehalt zu einer höheren Gesamtwasseraufnahme führen kann, obwohl die Hunde weniger separat tranken.
Das bedeutet aber nicht:
Trockenfutter = automatisch zu wenig Flüssigkeit.
Gesunde Hunde können ihre zusätzliche Wasseraufnahme entsprechend anpassen. In einer klassischen physiologischen Untersuchung stieg die Trinkmenge deutlich an, als Hunde von einer feuchten auf eine trockene Nahrung wechselten.
Unabhängig von der Futterart gilt:
Frisches Trinkwasser sollte deinem Hund jederzeit zur Verfügung stehen.
⚖️ Hat Nassfutter weniger Kalorien als Trockenfutter?
Nicht automatisch.
Durch den hohen Wasseranteil hat Nassfutter pro 100 Gramm häufig eine geringere Energiedichte als Trockenfutter. Für die gleiche Energiemenge kann deshalb je nach Produkt eine größere Futtermenge erforderlich sein.
Entscheidend für das Körpergewicht ist aber nicht allein das Volumen des Futters, sondern vor allem die tatsächlich aufgenommene Energiemenge.
Merck weist darauf hin, dass der individuelle Energiebedarf erheblich variieren kann – selbst bei Hunden gleichen Körpergewichts. Fütterungsempfehlungen sind deshalb immer nur Ausgangswerte und Körpergewicht sowie Body Condition sollten beobachtet werden.
Eine experimentelle Studie, bei der Trockenfutter durch Zugabe von Wasser stark verdünnt wurde, zeigte zudem: Wenn Hunde unbegrenzt Zugang zu Futter hatten, kompensierten sie die niedrigere Energiedichte durch höhere Futteraufnahme. Mehr Wasser im Futter allein verhinderte also keine Gewichtszunahme.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht:
„Trocken oder nass zum Abnehmen?“
sondern:
„Wie viele Kalorien benötigt mein Hund tatsächlich und wie viel davon bekommt er?“
🦷 Ist Trockenfutter besser für die Zähne?
Normales Trockenfutter ersetzt keine Zahnpflege.
Dieser Mythos hält sich besonders hartnäckig.
Eine große Untersuchung an 1.350 Hunden fand nur geringe Unterschiede bei Zahnstein, Zahnfleischentzündung und parodontalem Knochenverlust zwischen Hunden, die nur Trockenfutter bekamen, und solchen mit anderer Fütterung.
Es gibt allerdings speziell entwickelte Dentalfutter, deren Krokettenstruktur oder Zusammensetzung gezielt darauf ausgelegt ist, Plaque beziehungsweise Zahnstein zu reduzieren. Solche Produkte sind etwas anderes als gewöhnliches Trockenfutter. AAHA und der Veterinary Oral Health Council weisen genau auf diese Unterscheidung hin.
Für die Zahnpflege ist regelmäßiges Zähneputzen wesentlich relevanter. AAHA bezeichnet tägliches Putzen als besonders wirksame häusliche Maßnahme zur Reduktion von Plaque.
Kurz gesagt:
Trockenfutter = kein automatischer Zahnbürsten-Ersatz.
😋 Ist Nassfutter schmackhafter?
Nassfutter weist häufig eine hohe Akzeptanz auf und wird von vielen Hunden gerne gefressen. Ob ein Hund Nass- oder Trockenfutter bevorzugt, ist jedoch individuell.
Merck nennt hohe Akzeptanz beziehungsweise Palatabilität ausdrücklich als einen Vorteil von Dosenfutter.
Bei mäkeligen Hunden kann Nassfutter deshalb interessant sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund Nassfutter bevorzugt. Futtervorlieben sind individuell und werden unter anderem durch Gewöhnung und bisherige Ernährung beeinflusst.
🐕 Welches Futter ist praktischer im Alltag?
Hier hat Trockenfutter klare praktische Vorteile.
Es lässt sich:
✔️ leicht portionieren
✔️ vergleichsweise kompakt lagern
✔️ unkompliziert transportieren
✔️ gut auf Reisen mitnehmen
✔️ einfacher für bestimmte Futterspielzeuge verwenden
Gerade bei großen Hunden oder längeren Reisen kann das einen deutlichen Unterschied machen.
Nassfutter wiederum benötigt mehr Lagerplatz und angebrochene Verpackungen müssen entsprechend der Herstellerangaben gekühlt und zeitnah verwendet werden.
Welche Variante angenehmer ist, hängt deshalb auch von deinem Alltag ab.
🔎 Trockenfutter oder Nassfutter – der mobile Direktvergleich
🟤 TROCKENFUTTER
Besonders praktisch für: Alltag, Reisen & einfache Portionierung
Wasseranteil: niedrig
Futtervolumen: kompakt
Energiedichte: häufig höher pro Gramm
Lagerung: unkompliziert
Akzeptanz: individuell
Zahnpflege: normales Trockenfutter ersetzt keine Zahnpflege
Unsere Einordnung: ⭐⭐⭐⭐⭐ Alltag & Handling
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🥫 NASSFUTTER
Besonders praktisch für: hohe Wasseraufnahme über die Nahrung & Hunde, die feuchtes Futter bevorzugen
Wasseranteil: hoch
Futtervolumen: größer
Energiedichte: häufig niedriger pro Gramm
Lagerung nach Öffnung: aufwendiger
Akzeptanz: häufig sehr gut
Zahnpflege: ersetzt keine aktive Zahnpflege
Unsere Einordnung: ⭐⭐⭐⭐⭐ Feuchtigkeit & Akzeptanz
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🥣 MISCHFÜTTERUNG
Besonders interessant für: Hundehalter, die beide Futterformen kombinieren möchten
Wasseraufnahme über die Nahrung: variabel
Alltag: flexibel
Wichtig: Gesamtkalorien aus beiden Futtern berücksichtigen
Geeignet: grundsätzlich möglich, wenn die gesamte Fütterung zum Hund passt
Unsere Einordnung: ⭐⭐⭐⭐⭐ Flexibilität
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🥣 Darf ich Trockenfutter und Nassfutter mischen?
Bei einem gesunden Hund spricht grundsätzlich nichts dagegen, Trocken- und Nassfutter im Rahmen einer ausgewogenen Fütterung zu kombinieren.
Es gibt auch keinen belastbaren Grund für die verbreitete Behauptung, dass Trocken- und Nassfutter aufgrund unterschiedlicher „Verdauungszeiten“ grundsätzlich nicht gemeinsam in einem Napf gefüttert werden dürften.
Selbst die WSAVA beschreibt bei einer normalen Futterumstellung bei Hunden das schrittweise Mischen des bisherigen und neuen Futters im selben Napf als mögliche Vorgehensweise.
Entscheidend ist etwas anderes:
Die Kalorien zählen zusammen.
Wichtig: Füttere nicht einfach die vollständige Tagesration Trockenfutter plus zusätzlich die vollständige Tagesration Nassfutter. Beide Futtermengen müssen gemeinsam an den individuellen Tagesbedarf deines Hundes angepasst werden.
Wenn dein Hund beispielsweise morgens Trockenfutter und abends Nassfutter bekommt, müssen beide Portionen zusammen den individuellen Tagesbedarf ergeben.
Bei tierärztlichen Diäten, bekannten Erkrankungen oder einer diagnostischen Ausschlussdiät sollte eine Kombination dagegen nur entsprechend der tierärztlichen Empfehlung erfolgen.
🔄 Wie stelle ich von Trocken- auf Nassfutter oder umgekehrt um?
Eine Futterumstellung sollte normalerweise schrittweise erfolgen. So bekommt der Verdauungstrakt Zeit, sich an das neue Futter zu gewöhnen. Für viele gesunde Hunde können etwa 7–10 Tage eine sinnvolle Orientierung sein. Bei sensiblen Hunden kann eine langsamere Umstellung über einen längeren Zeitraum sinnvoll sein.
Eine mögliche Orientierung:
Tag 1–3: ca. 75 % bisheriges + 25 % neues Futter
Tag 4–6: ca. 50 % bisheriges + 50 % neues Futter
Tag 7–9: ca. 25 % bisheriges + 75 % neues Futter
Ab Tag 10: 100 % neues Futter
💡 Wichtig: Das ist kein starrer Zeitplan. Reagiert dein Hund während der Umstellung beispielsweise mit weichem Kot, Durchfall oder Erbrechen, sollte die Umstellung nicht einfach nach Schema beschleunigt werden. Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.
WSAVA weist ausdrücklich darauf hin, dass abrupte Wechsel Erbrechen und Durchfall auslösen können; die individuelle Verträglichkeit ist entscheidend.
🧮 Warum du Proteinwerte von Nass- und Trockenfutter nicht direkt vergleichen solltest
Ein häufiger Fehler beim Futtervergleich:
Trockenfutter: Protein 25 %
Nassfutter: Protein 10 %
Und daraus folgt:
„Das Trockenfutter enthält mehr als doppelt so viel Protein.“
So einfach ist das nicht.
Der hohe Wasseranteil im Nassfutter verdünnt die Nährstoffwerte in der sogenannten Frischsubstanz.
Merck empfiehlt deshalb für echte Vergleiche zwischen Trocken- und Nassfutter eine Betrachtung auf Trockensubstanz- oder Kalorienbasis. In einem Rechenbeispiel enthält ein Nassfutter mit nur 8 % Protein in der Frischsubstanz nach Abzug des Wasseranteils sogar einen höheren Proteinanteil auf Trockensubstanzbasis als ein Trockenfutter mit 24 % Protein.
Das bedeutet nicht, dass Nassfutter grundsätzlich proteinreicher ist.
Es bedeutet nur:
Die Prozentwerte auf Trocken- und Nassfutter-Verpackungen können wegen des stark unterschiedlichen Wassergehalts nicht einfach direkt miteinander verglichen werden.
⭐ Woran erkenne ich gutes Hundefutter?
Nicht an einem einzelnen Schlagwort.
Begriffe wie:
„Premium“,
„natürlich“,
„holistisch“
sagen allein wenig darüber aus, ob ein Futter zum individuellen Hund passt.
Die WSAVA empfiehlt unter anderem darauf zu achten:
✔️ Ist das Produkt ein vollständiges Alleinfuttermittel?
✔️ Passt es zur Lebensphase des Hundes?
✔️ Kann der Hersteller konkrete Nährstoffinformationen bereitstellen?
✔️ Wie sieht die Qualitätskontrolle aus?
✔️ Gibt es ernährungswissenschaftliche Fachkompetenz beim Hersteller?
✔️ Ist der Energiegehalt nachvollziehbar?
Die WSAVA weist ausdrücklich darauf hin, dass Marketingbegriffe wie „Premium“ nur begrenzten praktischen Wert bei der ernährungsphysiologischen Bewertung haben.
🐾 Was ist bei sensiblen Hunden besser?
Auch hier lautet die Antwort:
nicht automatisch trocken oder nass.
Bei wiederkehrenden Verdauungsproblemen, Juckreiz oder anderen Beschwerden sollte deshalb nicht einfach davon ausgegangen werden, dass die Futterform die Ursache ist. Wiederkehrende oder stärkere Beschwerden sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Bei einem ernährungssensiblen Hund sind eher folgende Punkte entscheidend:
Proteinquelle
gesamte Zutatenliste
individuelle Verträglichkeit
bisherige Fütterung
gegebenenfalls Singleprotein oder spezielle Rezepturen
Wenn dieses Thema für deinen Hund relevant ist, findest du ausführliche Informationen in unserem Ratgeber:
„Hundefutter für sensible Hunde: Welches Futter ist das richtige?“
⭐ Welche Fütterungsform passt zu meinem Hund?
🧳 Du möchtest maximale Alltagstauglichkeit?
→ Trockenfutter
Besonders praktisch bei Portionierung, Lagerung, Reisen und größeren Futtermengen.
💧 Dein Hund soll mehr Wasser über die Nahrung aufnehmen?
→ Nassfutter
Durch den hohen Feuchtigkeitsanteil steigt die Flüssigkeitsaufnahme direkt über die Mahlzeit.
😋 Dein Hund ist sehr wählerisch?
→ Nassfutter kann interessant sein
Aufgrund von Geruch und Konsistenz wird es von vielen Hunden gerne angenommen.
🔄 Du möchtest die Vorteile beider Futterformen nutzen?
→ Mischfütterung
Trocken- und Nassfutter können bei gesunden Hunden grundsätzlich kombiniert werden. Entscheidend ist die korrekte Gesamtfuttermenge.
🐕 Dein Hund frisst Trockenfutter gerne und trinkt ausreichend?
→ Es gibt keinen allgemeinen Grund, deshalb zwingend auf Nassfutter zu wechseln.
🥫 Dein Hund kommt mit Nassfutter hervorragend zurecht?
→ Auch dann besteht kein allgemeiner Grund, allein wegen der Futterform zu Trockenfutter zu wechseln.
🛒 Trockenfutter & Nassfutter bei Woofshack
Bei Woofshack findest du sowohl Trockenfutter für Hunde als auch Nassfutter für Hunde von ausgewählten Marken und für unterschiedliche Lebensphasen und Ernährungsbedürfnisse.
Zu unserem Sortiment gehören unter anderem:
PERRO
Black Canyon
THE GOODSTUFF
sowie weitere ausgewählte Hundefutter-Marken.
Entscheidend ist für uns nicht, ob ein Futter trocken oder nass ist, sondern ob die jeweilige Rezeptur zu deinem Hund und seinen Bedürfnissen passt.
🐕 Fazit: Trockenfutter oder Nassfutter – was ist besser?
Für gesunde Hunde kann sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter eine geeignete Ernährung darstellen, sofern es sich um ein bedarfsgerecht zusammengesetztes Alleinfuttermittel für die jeweilige Lebensphase handelt.
Die größten praktischen Unterschiede liegen vor allem in:
💧 Wassergehalt
⚖️ Energiedichte und Portionsgröße
📦 Lagerung
😋 Akzeptanz
🧳 Alltagstauglichkeit
Nassfutter liefert deutlich mehr Flüssigkeit über die Nahrung.
Trockenfutter ist kompakt und besonders einfach zu lagern und zu portionieren.
Mischfütterung kann beide Futterformen verbinden.
Die beste Fütterungsform ist deshalb nicht diejenige, die im Internet allgemein als „besser“ bezeichnet wird – sondern diejenige, die den Nährstoffbedarf deines Hundes deckt, von ihm gut vertragen wird und langfristig zu seinem individuellen Bedarf und eurem Alltag passt.
❓ Häufige Fragen zu Trockenfutter und Nassfutter
Ist Nassfutter gesünder als Trockenfutter?
Nicht grundsätzlich. Beide Futterformen können den Nährstoffbedarf eines Hundes decken, wenn sie als entsprechendes Alleinfuttermittel formuliert sind. Die Futterform allein ist kein zuverlässiges Qualitätsmerkmal.
Ist Trockenfutter gesund für Hunde?
Ein bedarfsgerecht zusammengesetztes Trocken-Alleinfuttermittel kann für einen gesunden Hund geeignet sein. Entscheidend sind unter anderem Nährstoffversorgung, Lebensphase, Futtermenge und individuelle Verträglichkeit.
Trinken Hunde mit Trockenfutter zu wenig?
Nicht automatisch. Hunde mit trockener Nahrung trinken typischerweise mehr separat, während Hunde mit feuchter Nahrung einen größeren Teil ihres Wassers bereits über das Futter aufnehmen. Frisches Trinkwasser sollte unabhängig von der Fütterungsform immer verfügbar sein.
Ist Trockenfutter besser für die Zähne?
Gewöhnliches Trockenfutter ersetzt keine Zahnpflege. Speziell entwickelte Dentalfutter können aufgrund besonderer mechanischer oder chemischer Eigenschaften einen Effekt auf Plaque beziehungsweise Zahnstein haben. Tägliches Zähneputzen bleibt eine besonders wichtige häusliche Maßnahme.
Macht Nassfutter dick?
Nassfutter macht nicht automatisch dick. Entscheidend ist die gesamte Energieaufnahme im Verhältnis zum individuellen Energiebedarf. Durch seinen hohen Wasseranteil besitzt Nassfutter pro 100 Gramm häufig eine niedrigere Energiedichte als Trockenfutter.
Kann ich Trockenfutter und Nassfutter zusammen füttern?
Bei gesunden Hunden ist eine Kombination grundsätzlich möglich. Wichtig ist, dass die Gesamtmenge beider Futtersorten gemeinsam zum täglichen Energie- und Nährstoffbedarf passt.
Darf ich Trocken- und Nassfutter in einem Napf mischen?
Bei einem gesunden Hund besteht kein allgemeiner Grund, beide Futterarten grundsätzlich getrennt anbieten zu müssen. Bei Krankheiten, speziellen Diäten oder diagnostischen Ausschlussdiäten sollte die Fütterung mit der behandelnden Tierärztin oder dem Tierarzt abgestimmt werden.
Was eignet sich für einen mäkeligen Hund?
Nassfutter besitzt häufig eine hohe Akzeptanz und kann deshalb bei manchen wählerischen Hunden interessant sein. Die individuellen Vorlieben unterscheiden sich allerdings deutlich.
Welches Futter ist günstiger?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Der tatsächliche Preis hängt unter anderem von Marke, Rezeptur, Packungsgröße, Energiegehalt und der benötigten Tagesration ab. Für einen sinnvollen Vergleich solltest du deshalb nicht nur den Kilopreis, sondern auch die empfohlene tägliche Futtermenge berücksichtigen.
Was ist wichtiger als Trocken- oder Nassfutter?
Ob das Futter den Nährstoffbedarf deines Hundes deckt, zur Lebensphase passt, in angemessener Menge gefüttert wird und individuell vertragen wird. Die Bezeichnung als Alleinfuttermittel ist dabei ein wichtiger erster Orientierungspunkt.
📚 Quellen & weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber wurde auf Grundlage veterinärmedizinischer Fachliteratur, wissenschaftlicher Studien und europäischer Ernährungsrichtlinien erstellt.
FEDIAF – Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs
Europäische Referenzempfehlungen zu Nährstoffversorgung und bedarfsgerechter Formulierung von Hunde- und Katzenfutter. Die aktuelle Version 2025 wird von unabhängigen veterinärmedizinischen Ernährungsexperten begutachtet.
https://www.fediaf.org/self-regulation/nutritional-guidelines/
FEDIAF – Nutritional Needs of Cats and Dogs / Complete & Complementary Pet Food
Informationen zur Unterscheidung zwischen vollständigem Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel.
https://europeanpetfood.org/pet-food-facts/fact-sheets/nutrition/nutritional-needs-of-cats-and-dogs/
Merck Veterinary Manual – Dog and Cat Foods
Veterinärmedizinische Fachinformationen zu Trocken-, Nass- und halbfeuchtem Tierfutter, Wassergehalt, Deklaration, Energiedichte und dem Vergleich verschiedener Futterformen.
https://www.merckvetmanual.com/management-and-nutrition/nutrition-small-animals/dog-and-cat-foods
Merck Veterinary Manual – Nutritional Requirements of Small Animals
Fachinformationen zu Energiebedarf, Wasseraufnahme und individuellen Ernährungsanforderungen von Hunden und Katzen.
WSAVA Global Nutrition Committee – Guidelines on Selecting Pet Foods
Leitfaden zur Bewertung von Tierfutter anhand von Nährstoffversorgung, Herstellerkompetenz, Qualitätskontrolle und Produktinformationen statt allein anhand von Marketingbegriffen.
Ramsay, D. J. & Thrasher, T. N. (1991) – Regulation of fluid intake in dogs following water deprivation
Physiologische Untersuchung unter anderem zur Anpassung der Trinkwasseraufnahme von Hunden beim Wechsel zwischen feuchter und trockener Nahrung.
PubMed:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1959051/
DOI: 10.1016/0361-9230(91)90148-D
Alexander, J. E., Colyer, A. & Morris, P. J. (2017) – The effect of reducing energy density, via the addition of water to dry diet, on body weight and activity in dogs
Kontrollierte Untersuchung zum Einfluss stark erhöhter Futterfeuchtigkeit und reduzierter Energiedichte auf Futteraufnahme, Körpergewicht und Aktivität.
PubMed:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29152246/
DOI: 10.1017/jns.2017.43
Harvey, C. E., Shofer, F. S. & Laster, L. (1996) – Correlation of diet, other chewing activities and periodontal disease in North American client-owned dogs
Studie mit 1.350 Hunden zum Zusammenhang zwischen Futterform, Kauaktivität und parodontaler Gesundheit.
PubMed:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9520786/
AAHA – Dental Care Guidelines: Role of Nutrition in Dental Health
Veterinärmedizinische Empfehlungen zur Abgrenzung gewöhnlicher Trockenfutter von speziell entwickelten Dentaldiäten.
https://www.aaha.org/resources/2019-aaha-dental-care-guidelines-for-dogs-and-cats/nutrition/
⚠️ Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche Ernährungsberatung. Bei bestehenden Erkrankungen, Über- oder Untergewicht, Welpen im Wachstum, besonderen Ernährungsanforderungen oder einer tierärztlich verordneten Diät sollte die Fütterung individuell mit einer Tierärztin, einem Tierarzt oder einer entsprechend qualifizierten Fachperson abgestimmt werden. Bei anhaltendem Durchfall, Erbrechen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.

