🚑 HUND KANN BEIM WANDERN NICHT MEHR LAUFEN: SO PLANST DU DEN NOTFALLTRANSPORT

Hund im Ruffwear BackTrak Evakuierungsset beim Wandern

Eine Pfotenverletzung, ein unglücklicher Tritt, plötzliche Erschöpfung oder eine Erkrankung: Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Hund während einer Wanderung plötzlich nicht mehr selbst weiterlaufen kann.

Auf einem Spazierweg in der Nähe des Autos ist das bereits unangenehm. Auf einer abgelegenen Wanderung kann daraus ein ernstes Problem werden.

Denn spätestens bei einem größeren Hund stellt sich eine sehr praktische Frage:

Wie bekomme ich meinen Hund zurück, wenn er nicht mehr selbst laufen kann?

Genau darüber solltest du dir nicht erst im Notfall Gedanken machen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Transportmöglichkeiten es gibt, warum die konkrete Situation entscheidend ist und wie du dich auf längeren oder abgelegenen Touren vorbereiten kannst.

💡 Du möchtest eure komplette Wanderausrüstung planen? In unserem Ratgeber Wandern mit Hund: Welche Ausrüstung brauche ich? findest du unsere Packliste von Geschirr und Leine über Wasser und Pfotenschutz bis zur Notfallausrüstung.

🐕 WARUM KANN EIN HUND BEIM WANDERN PLÖTZLICH NICHT MEHR WEITER?

Nicht jeder Hund, der stehen bleibt oder nicht mehr weitergehen möchte, hat automatisch einen medizinischen Notfall.

Trotzdem solltest du eine plötzliche Veränderung ernst nehmen.

Mögliche Gründe können beispielsweise sein:

✔ eine verletzte oder gereizte Pfote
✔ akute Lahmheit oder Schmerzen
✔ Überlastung oder starke Erschöpfung
✔ ein Sturz oder anderer Unfall
✔ Überhitzung
✔ eine plötzlich auftretende Erkrankung

Versuche unterwegs nicht, selbst eine Diagnose zu stellen.

Kontrolliere zunächst die Situation und beobachte deinen Hund. Bei deutlichen Schmerzen, Atemproblemen, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, plötzlichen Lähmungserscheinungen, starken Blutungen oder nach einem schweren Unfall sollte möglichst rasch tierärztliche Hilfe organisiert werden.

Die Veterinärmedizinische Universität Wien zählt unter anderem Atemnot, Bewusstseinsverlust, plötzliche Lähmungen, starke Blutungen und schwere Unfälle zu tiermedizinischen Notfällen.

⚠️ VERLETZTER HUND: NICHT EINFACH HOCHHEBEN UND WEITERGEHEN

Wenn dein Hund nicht mehr laufen kann, ist der erste Impuls verständlich:

Ich trage ihn zurück.

Je nach Ursache kann unnötige Bewegung eine Verletzung jedoch zusätzlich verschlimmern. Besonders bei Verdacht auf Knochen-, Wirbelsäulen- oder schwere Unfallverletzungen ist Vorsicht erforderlich.

Veterinärmedizinische Empfehlungen raten in solchen Situationen dazu, Bewegungen möglichst gering zu halten und sich nach Möglichkeit tierärztliche Anweisungen für den Transport zu holen.

Bei größeren verletzten Hunden kann je nach Situation eine improvisierte Trage notwendig sein. Bei Verdacht auf Knochen- oder Wirbelsäulenverletzungen ist eine möglichst stabile und bewegungsarme Lagerung besonders wichtig. Welche Transportmethode geeignet ist, hängt von der konkreten Situation und der vermuteten Verletzung ab; nach Möglichkeit sollte dazu tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Ein Evakuierungssystem ist deshalb kein Ersatz für eine tiermedizinische Beurteilung.

Es löst ein anderes Problem: Wie kann ein Hund, der nicht mehr selbst zurücklaufen kann, aus dem Gelände transportiert werden, wenn die Situation diese Art des Transports zulässt?

🚑 WIE BEKOMME ICH MEINEN HUND VON DER WANDERUNG ZURÜCK?

Darauf gibt es keine Lösung, die für jeden Hund und jeden Notfall passt.

Entscheidend sind unter anderem:

✔ Größe und Gewicht des Hundes
✔ Art und Schwere der Verletzung oder Erkrankung
✔ Gelände und Entfernung zum Ausgangspunkt
✔ körperliche Belastbarkeit der tragenden Person
✔ verfügbare Hilfe
✔ Erreichbarkeit von Straße, Hütte oder anderer Infrastruktur

Einen fünf Kilogramm schweren Hund kannst du möglicherweise noch über eine gewisse Strecke tragen.

Bei einem Labrador mit 30 Kilogramm sieht das völlig anders aus.

Und selbst wenn du deinen Hund grundsätzlich anheben kannst, bedeutet das nicht automatisch, dass du ihn mehrere Kilometer über einen Wanderweg tragen kannst.

Genau deshalb gehört die Frage nach dem Rücktransport für uns zur Planung längerer und abgelegener Touren.

⚖️ KANN ICH MEINEN HUND IM NOTFALL ÜBERHAUPT TRAGEN?

Das ist eine der wichtigsten Fragen – und sie wird bei der Tourenplanung leicht vergessen.

Das Gewicht deines Hundes ist dabei nur ein Faktor.

30 Kilogramm kontrolliert vom Boden anzuheben ist etwas anderes, als 30 Kilogramm über einen längeren Zeitraum bergab, über Wurzeln oder auf einem schmalen Wanderweg zu transportieren.

Hinzu kommen:

  • das Gewicht deiner eigenen Ausrüstung
  • Höhenmeter und Gelände
  • Länge des Rückwegs
  • Müdigkeit nach der bisherigen Tour
  • Größe und Körperbau des Hundes
  • deine eigene Körpergröße und Kraft

Deshalb solltest du bei größeren Hunden schon vor einer anspruchsvolleren Tour realistisch überlegen:

Könnte ich meinen Hund im Ernstfall tatsächlich zurücktransportieren?

Wenn die Antwort Nein lautet, wird ein guter Notfallplan umso wichtiger.

🎒 TRAGERUCKSACK, TRAGESYSTEM ODER EVAKUIERUNGSSET – WAS IST DER UNTERSCHIED?

Nicht jede Lösung, mit der ein Hund getragen werden kann, ist für denselben Zweck gedacht.

Ein Hunde-Tragerucksack ist beispielsweise eine geplante Transportlösung. Er kann bei geeigneten kleineren Hunden interessant sein, wenn sie auf einem Ausflug oder einer Wanderung zeitweise getragen werden sollen.

Ein Evakuierungsset verfolgt dagegen einen anderen Zweck: Es soll für eine ungeplante Situation mitgeführt werden, in der ein Hund aufgrund einer Verletzung oder Erkrankung nicht mehr selbst zurückkehren kann.

Und bei Verdacht auf schwere Verletzungen kann wiederum eine möglichst bewegungsarme und stabile Transportmethode notwendig sein.

Geplantes Tragen und Notfallevakuierung sind deshalb zwei unterschiedliche Einsatzbereiche.

💡 Du suchst einen Tragerucksack für geplante Touren? In unserer Hunderucksack-Collection vergleichen wir Modelle, bei denen der Mensch den Hund trägt, mit Packs, in denen der Hund seine eigene Ausrüstung transportiert.

🆘 RUFFWEAR BACKTRAK: EVAKUIERUNGSSET FÜR DEN NOTFALL

Das Ruffwear BackTrak Evakuierungsset wurde speziell für Situationen entwickelt, in denen ein verletzter oder erkrankter Hund nicht mehr aus eigener Kraft zum Ausgangspunkt beziehungsweise zum Fahrzeug zurückkehren kann.

Das Set umfasst:

✔ einer Weste für den Menschen
✔ einer daran befestigten Trageschlinge für den Hund
✔ zusätzlich gehört ein leichter Erste-Hilfe-Maulkorb zum Set

Die Hundeschlinge kann so verwendet werden, dass der Hund vorne oder hinten getragen wird. Farbcodierte Gurte sollen das Anlegen erleichtern.

Wichtig ist die Abgrenzung:

BackTrak ist kein gewöhnlicher Hunderucksack und kein medizinisches Rettungsgerät für jede denkbare Verletzung.

Es ist ein für die Notfallevakuierung entwickeltes Tragesystem.

👉 Ruffwear BackTrak Evakuierungsset ansehen

📏 WELCHE BACKTRAK-GRÖSSE PASST ZU MEINEM HUND?

Ruffwear bestimmt die Größe des BackTrak anhand des Brustumfangs des Hundes. Gemessen wird an der breitesten Stelle des Brustkorbs.

Größe Brustumfang Hund Gewicht des Sets
S 56–69 cm 0,45 kg
M 69–81 cm 0,50 kg
L 81–91 cm 0,55 kg

Die Menschenweste ist bei allen drei Größen gleich dimensioniert. Laut Ruffwear lässt sich der Brustgurt bis 170 cm und der Hüftgurt bis 200 cm einstellen.

Bei der Auswahl solltest du aber nicht nur den Brustumfang beachten.

Ruffwear weist ausdrücklich darauf hin, dass auch das Größenverhältnis zwischen Mensch und Hund eine Rolle spielt. Das System funktioniert am besten, wenn die Oberkante des Hunderückens ungefähr auf Höhe der Taille der tragenden Person oder darunter liegt.

Ist der Hund im Verhältnis zur tragenden Person zu groß, kann es schwierig werden, ihn mit dem System ausreichend vom Boden anzuheben.

🏋️ WIE SCHWER DARF DER HUND IM BACKTRAK SEIN?

Laut Ruffwear kann die Hundeschlinge des BackTrak Hunde bis 46,7 kg tragen.

Diese Zahl sollte jedoch nicht als Empfehlung verstanden werden, einen Hund dieses Gewichts tatsächlich über längere Strecken zu tragen.

Ruffwear weist selbst ausdrücklich darauf hin, dass die technische Belastbarkeit des Systems nicht automatisch bedeutet, dass die tragende Person dieses Gewicht ohne eigenes Verletzungsrisiko bewältigen kann.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Technische Tragfähigkeit des Systems ≠ persönliche Tragfähigkeit des Menschen.

Gerade bei großen und schweren Hunden solltest du deshalb nicht erst während einer Tour feststellen, ob ein Notfalltransport körperlich überhaupt möglich wäre.

🐾 BACKTRAK ODER HUNDE-TRAGERUCKSACK?

Beide Lösungen ermöglichen es, einen Hund zu tragen. Der vorgesehene Einsatz ist aber unterschiedlich.

Situation Evakuierungsset Hunde-Tragerucksack
Geplantes zeitweises Tragen Nicht der Hauptzweck Dafür konzipiert
Ungeplanter Notfall unterwegs Dafür konzipiert Nicht der Hauptzweck
Verletzter oder erkrankter Hund Je nach Verletzung und Situation möglich Nicht pauschal geeignet
Schwere Unfall-/Wirbelsäulenverletzung Nicht pauschal empfehlen Nicht pauschal empfehlen
Mitführen als kompakte Notfallvorsorge Ja Anderer Einsatzzweck

Für einen kleinen Hund, der auf einer längeren Wanderung planmäßig zwischendurch getragen werden soll, kann ein geeigneter Tragerucksack die passendere Lösung sein.

Für die kompakte Notfallvorsorge auf einer längeren oder abgelegenen Tour verfolgt ein Evakuierungsset wie das BackTrak dagegen einen anderen Ansatz.

Bei ernsthaften Verletzungen entscheidet wiederum die konkrete Situation darüber, wie der Hund möglichst schonend transportiert werden sollte.

🦷 WARUM ENTHÄLT DAS BACKTRAK EINEN ERSTE-HILFE-MAULKORB?

Auch ein normalerweise ruhiger und freundlicher Hund kann unter Schmerzen, Angst oder starkem Stress anders reagieren als gewohnt.

Deshalb gehört zum BackTrak ein leichter Erste-Hilfe-Maulkorb.

Ruffwear sieht ihn ausdrücklich für Notfall- beziehungsweise Verletzungssituationen vor – nicht als Maulkorb für den normalen Alltag.

Je nach Situation muss er außerdem wieder entfernt werden, damit der Hund beispielsweise ungehindert hecheln oder Wasser trinken kann.

Der beiliegende Maulkorb sollte deshalb ausschließlich situationsgerecht eingesetzt werden.

Wer mit seinem Hund regelmäßig längere oder abgelegene Touren unternimmt, sollte sich bereits vorher mit grundlegender Erster Hilfe beim Hund und dem richtigen Umgang mit Notfallausrüstung beschäftigen.

🧑🤝🧑 SOLLTE ICH DAS TRAGEN MEINES HUNDES VORHER ÜBEN?

Ja – zumindest bei Touren, bei denen ein Rücktransport schwierig werden könnte, ist das ein sinnvoller Gedanke.

Der Deutsche Alpenverein empfiehlt bei Mehrtagestouren mit Hund unter anderem ein Hundebergungsgeschirr sowie ein Erste-Hilfe-Set und rät dazu, den Hund bereits vor der Tour an Behandlungsmaßnahmen zu gewöhnen.

Auch ein Evakuierungssystem solltest du nicht zum ersten Mal kennenlernen, wenn dein Hund verletzt neben dir liegt.

Wenn du ein System wie BackTrak mitführst:

✔ lies die Herstelleranleitung vor der Tour
✔ stelle die Gurte passend ein
✔ lerne die farbcodierten Befestigungspunkte kennen
✔ übe das Anlegen zunächst in ruhiger Umgebung
✔ prüfe, ob das Größenverhältnis zwischen dir und deinem Hund funktioniert
✔ teste vorsichtig, welches Gewicht du tatsächlich bewältigen kannst

Dabei geht es nicht darum, einen gesunden Hund regelmäßig im Rettungssystem herumzutragen.

Es geht darum, im Ernstfall nicht gleichzeitig einen verletzten Hund versorgen und eine unbekannte Ausrüstung verstehen zu müssen.

🗺️ WAS GEHÖRT ZU EINEM GUTEN NOTFALLPLAN BEIM WANDERN MIT HUND?

Nicht jede Wanderung braucht ein Evakuierungsset.

Bei einer kurzen Runde auf gut erschlossenen Wegen ist die Situation eine andere als bei einer mehrstündigen Tour fernab von Straßen und Ortschaften.

Je abgelegener und anspruchsvoller die Tour wird, desto wichtiger wird aber die Vorbereitung.

Vor längeren Touren würden wir uns deshalb folgende Fragen stellen:

📍 Wie weit bin ich im Notfall von Hilfe entfernt?

Prüfe nicht nur Kilometer und Höhenmeter der geplanten Route.

Überlege auch:

  • Wo gibt es Straßen oder Zufahrtsmöglichkeiten?
  • Gibt es Hütten oder andere Anlaufstellen?
  • Wo könnte eine Tour gegebenenfalls abgebrochen werden?
  • Gibt es Mobilfunkempfang?
  • Wo befinden sich Tierarzt oder tierärztlicher Notdienst?

🐕 Passt die Tour zu meinem Hund?

Alter, Fitness, Gesundheit, Erfahrung, Wetter und Gelände sollten bei der Tourenwahl berücksichtigt werden.

Ein Notfallset macht eine ungeeignete Tour nicht geeignet.

🩹 Habe ich eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung dabei?

Für längere Touren gehört eine kompakte Erste-Hilfe-Ausrüstung für uns zur sinnvollen Grundausstattung.

Eine kompakte Erste-Hilfe-Ausrüstung kann auf längeren Touren sinnvoll sein. Welche Bestandteile für deinen Hund und eure Unternehmungen geeignet sind und wie sie richtig angewendet werden, solltest du idealerweise vorab mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt beziehungsweise in einem Erste-Hilfe-Kurs für Hunde klären.

🚑 Wie würde ich meinen Hund zurücktransportieren?

Diese Frage ist besonders bei größeren Hunden entscheidend.

Kannst du deinen Hund tragen?

Ist eine zweite Person dabei?

Ist die Route so abgelegen, dass ein spezielles Evakuierungssystem sinnvoll sein könnte?

Oder gibt es Abschnitte, aus denen ein Rücktransport ohne zusätzliche Hilfe kaum realistisch wäre?

Je früher du darüber nachdenkst, desto weniger musst du im Ernstfall improvisieren.

🥾 KANN ICH EINEN HUND AM GRIFF SEINES GESCHIRRS TRAGEN?

Ein Griff an einem Wandergeschirr kann sehr hilfreich sein.

Damit kannst du deinen Hund beispielsweise an einer felsigen Stufe unterstützen, über ein Hindernis helfen oder kurzfristig kontrollierter führen.

Das ist aber etwas anderes, als einen Hund über längere Strecken vollständig am Geschirr zu tragen.

Geschirre wie Ruffwear Flagline oder Web Master verfügen über Griffe beziehungsweise Support-Funktionen. Ob und wie stark ein Hund damit angehoben werden kann, hängt von Konstruktion, Passform, Hund und Situation ab.

Ein Griff am Wandergeschirr ersetzt deshalb kein Tragesystem für einen längeren Notfalltransport.

💡 Mehr über unterschiedliche Geschirrkonstruktionen und Support-Funktionen findest du in unserem Ratgeber Hundegeschirr zum Wandern: Welches Geschirr ist das richtige?

🐾 KANN ICH EINEN VERLETZTEN HUND IN EINEN TRAGERUCKSACK SETZEN?

Das lässt sich nicht pauschal empfehlen.

Ein Tragerucksack ist in erster Linie für den vorgesehenen Transport eines dafür geeigneten Hundes konstruiert. Bei einer akuten Verletzung können dagegen andere Anforderungen an Lagerung und Bewegung bestehen.

Bei Verdacht auf Knochen-, Wirbelsäulen- oder andere schwere Verletzungen sollte unnötige Bewegung möglichst vermieden und nach Möglichkeit tierärztlicher Rat zum Transport eingeholt werden.

Deshalb gilt auch hier:

Tragerucksack und Notfall-Evakuierung sind nicht automatisch austauschbar.

⭐ WOOFSHACK TIPP: DENKE DEN RÜCKWEG VOR DER TOUR MIT

Bei der Wanderplanung beschäftigen wir uns gerne mit Route, Wetter, Höhenmetern und Ausrüstung.

Eine Frage wird dabei leicht vergessen:

Was passiert, wenn mein Hund plötzlich nicht mehr selbst zurücklaufen kann?

Bei einem kleinen Hund lässt sich diese Situation möglicherweise noch relativ einfach lösen.

Bei 20, 30 oder 40 Kilogramm Hundegewicht kann sie den gesamten Rückweg bestimmen.

Unser Tipp ist deshalb nicht, auf jeder Wanderung möglichst viel Notfallausrüstung mitzunehmen.

Sondern:

Je länger, abgelegener und anspruchsvoller eure Tour wird, desto konkreter sollte dein Plan für einen möglichen Rücktransport sein.

Das kann bedeuten, ein geeignetes Tragesystem mitzunehmen. Es kann aber genauso bedeuten, die Route anders zu wählen, mit einer zweiten Person zu gehen oder eine Tour nicht zu machen, wenn eine Evakuierung im Ernstfall kaum möglich wäre.

Gute Vorbereitung beginnt nicht beim Packen.

Sie beginnt bei der Tourenwahl.

🧭 FAZIT: NOTFALLTRANSPORT BEIM WANDERN MIT HUND VORHER MITDENKEN

Dass ein Hund auf einer Wanderung plötzlich nicht mehr weiterlaufen kann, ist hoffentlich eine Situation, die du nie erleben wirst.

Trotzdem lohnt es sich gerade bei längeren, abgelegenen oder anspruchsvolleren Touren, darüber nachzudenken.

Entscheidend sind dabei drei Dinge:

1. Die Situation richtig einschätzen.
Nicht jede Laufunlust ist ein Notfall. Deutliche Schmerzen, schwere Verletzungen oder auffällige Symptome gehören jedoch tierärztlich abgeklärt.

2. Den Transport an die Situation anpassen.
Kleiner Hund, großer Hund, geplantes Tragen, Notfallevakuierung oder schwerer Unfall stellen völlig unterschiedliche Anforderungen.

3. Den Rückweg vorher planen.
Wer erst im Notfall darüber nachdenkt, wie ein 30 Kilogramm schwerer Hund mehrere Kilometer zurücktransportiert werden soll, hat nur noch wenige Optionen.

Ein Evakuierungssystem wie das Ruffwear BackTrak kann deshalb für bestimmte längere oder abgelegene Touren ein sinnvoller Bestandteil der Notfallvorsorge sein.

Es ersetzt aber weder eine geeignete Tourenwahl noch Erste-Hilfe-Kenntnisse oder tierärztliche Hilfe.

Und genau darin liegt für uns die wichtigste Erkenntnis:

Die beste Notfallausrüstung ist die, deren Einsatz du vorbereitet hast – und die du hoffentlich nie brauchst.

👉 Ruffwear BackTrak Evakuierungsset ansehen

👉 Komplette Ausrüstung fürs Wandern mit Hund planen

❓ HÄUFIGE FRAGEN ZUM NOTFALLTRANSPORT BEIM WANDERN MIT HUND

Was mache ich, wenn mein Hund beim Wandern nicht mehr laufen kann?

Unterbrich zunächst die Tour und beobachte deinen Hund. Prüfe, ob eine offensichtliche Verletzung vorliegt und ob auffällige Symptome bestehen. Bei deutlichen Schmerzen, schweren Verletzungen, Atemproblemen, Bewusstseinsstörungen oder anderen Notfallzeichen sollte möglichst rasch tierärztliche Hilfe organisiert werden. Wie der Hund anschließend transportiert wird, hängt von Größe, Gewicht, Gelände und Art der Verletzung ab.

Wie trage ich einen großen Hund im Notfall?

Bei großen Hunden sollte bereits vor längeren oder abgelegenen Wanderungen überlegt werden, wie ein Rücktransport möglich wäre. Spezielle Evakuierungssysteme können eine Möglichkeit sein. Bei schweren Verletzungen kann jedoch eine möglichst stabile und bewegungsarme Transportmethode erforderlich sein. Im Zweifel sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Kann ich einen 30 kg schweren Hund mit BackTrak tragen?

Das BackTrak-System ist laut Ruffwear technisch für Hunde bis 46,7 kg ausgelegt. Ob du einen 30 kg schweren Hund tatsächlich transportieren kannst, hängt jedoch von deiner eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit, dem Größenverhältnis zwischen Mensch und Hund, dem Gelände und der Strecke ab. Die technische Tragfähigkeit des Systems ist deshalb keine Empfehlung für das Gewicht, das eine Person tragen sollte.

Welche Größe brauche ich beim Ruffwear BackTrak?

Ruffwear richtet die Größe nach dem Brustumfang des Hundes: S für 56–69 cm, M für 69–81 cm und L für 81–91 cm. Zusätzlich sollte das Größenverhältnis zwischen Hund und tragender Person berücksichtigt werden.

Ist BackTrak ein Rettungsgeschirr?

Ruffwear bezeichnet BackTrak als Notfall-Evakuierungsset. Es besteht aus einer Menschenweste mit integrierter Hundetrageschlinge und einem Erste-Hilfe-Maulkorb. Es ist für Situationen vorgesehen, in denen ein verletzter oder erkrankter Hund nicht mehr selbst zurückkehren kann.

Was ist der Unterschied zwischen BackTrak und einem Hunde-Tragerucksack?

Ein Hunde-Tragerucksack ist für geplantes Tragen eines dafür geeigneten Hundes gedacht. BackTrak ist dagegen als kompakte Lösung für eine ungeplante Notfallevakuierung konzipiert. Bei schweren Verletzungen kann wiederum eine andere Transportmethode erforderlich sein.

Sollte ich ein Evakuierungssystem vorher ausprobieren?

Ja. Wer ein Evakuierungssystem auf längeren oder abgelegenen Touren mitführt, sollte sich bereits vorher mit Größenwahl, Einstellung und Anwendung vertraut machen. So musst du dich im Ernstfall nicht gleichzeitig um deinen Hund kümmern und eine unbekannte Ausrüstung verstehen.

Reicht ein Hundegeschirr mit Griff für den Notfall?

Ein Griff kann beim kurzfristigen Unterstützen des Hundes sehr hilfreich sein. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Geschirr für einen längeren vollständigen Transport des Hundes ausgelegt ist. Für längere Notfalltransporte sind speziell dafür entwickelte Lösungen die passendere Kategorie.

📚 QUELLEN & WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Veterinärmedizinische Universität Wien – Notfälle erkennen und Erste Hilfe

Österreichischer Alpenverein – Sicher unterwegs mit Hund am Berg

VCA Animal Hospitals – Emergencies in Dogs

Ruffwear – BackTrak Evacuation Kit

Ruffwear – BackTrak Design & FAQ

Über den Autor

Roman Figl – Mitgründer von Woofshack

Roman Figl ist Mitgründer von Woofshack und beschäftigt sich seit 2014 mit Hundeernährung und funktionaler Outdoor-Ausrüstung für Hunde. In den Woofshack-Ratgebern verbindet er praktische Erfahrung mit sorgfältiger Recherche sowie aktuellen Hersteller- und Fachquellen.

Schwerpunkte: Hundeernährung · Outdoor-Ausrüstung · Wandern & Reisen mit Hund

Mehr über Woofshack und unsere Erfahrung